Angst

Angst und Angstbewältigung

Angst begleitet uns Menschen ein Leben lang. Als natürlicher (und gesunder) Schutzmechanismus dient sie uns in gefährlichen Situationen. Angst – ebenso wie Schmerz – kann somit durchaus hilfreich sein: Dass Sie vielleicht nicht unbedingt Lust haben, mit einer giftigen Schlange zu kuscheln, kann Ihnen das Leben retten und ist so eine normale und gesunde Emotion. Doch es kann passieren, dass die Grenze zwischen Gefahr und Normalität verschwimmt – also die Ängste so stark werden, dass sie das Leben deutlich einschränken. Und dann gilt die Angst als krankhaft.

Ängste und Phobien

Auch die Angsterkrankung hat viele Gesichter: So könnten Sie beispielsweise an einer Phobie leiden, einer übersteigerten Angst vor einem konkreten Ding oder Ereignis. Unter diese Kategorie fällt die bekannte Flugangst oder die extreme Angst vor Spinnen, vor engen Räumen oder weiten Plätzen. Der Leidensdruck der Betroffenen variiert hier auch in der Hinsicht, wie leicht sich diese Dinge im Alltag meiden lassen, also sprich, ob diese Vermeidung eine extreme Einschränkung ihres Lebens bedeutet.

Generalisierte Angsterkrankung

Oft erlebe ich in meiner Praxis Patienten, die an einer generalisierten Angststörung bzw. an etwas abstrakteren Angstgefühlen leiden. Sie haben Angst vor Kontrollverlust, Versagen, Ablehnung, Sinnlosigkeit, Einsamkeit, Krankheit, Tod. Ihr Leben ist geprägt von einem fehlenden Sicherheitsgefühl, einem geringen Selbstvertrauen und wenig Selbstsicherheit. Man könnte auch sagen: Sie haben kein Vertrauen in den Fluss des Lebens.

Angst und Zwang

Hinter einer Zwangserkrankung stecken meist Ängste. Die Zwangshandlung beispielsweise in Form von Waschzwang oder Kontrollzwang soll die Angst dahinter neutralisieren. Begleitet wird die Zwangserkrankung häufig von einem übermäßigen Bedürfnis nach 100%iger Sicherheit, einer Überbewertung von Gedanken oder auch Überschätzung von Gefahren oder Risiken. Neben der Zwangshandlung sind jedoch auch Zwangsgedanken oder der sog. “Grübelzwang” möglich.

Welche Symptome zeigen sich bei Angsterkrankungen?

Ganz typisch ist das Vermeidungsverhalten: Anstatt mit dem engen Aufzug zu fahren, nimmt man lieber die Treppe und statt mit dem Flieger geht es per Auto oder Bahn in den Urlaub. Bei einer abstrakteren und generalisierten Angst kann das Vermeidungsverhalten jedoch dazu führen, dass Betroffene gar nicht mehr das Haus verlassen können, denn Angst ist wirklich eine sehr starke Kraft. Ebenfalls häufig kommen kreisende Gedanken rund um das persönliche Angstthema vor. Durch diese Gedankenspiralen, aber auch aus heiterem Himmel, können Panikattacken ausgelöst werden. Diese wiederum zeigen sich dann in körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Brustschmerzen, Engegefühlen, Erstickungsgefühlen, Schwindel und Entfremdungsgefühlen. Auch Zittern oder Muskelverspannungen und eine allgemeine Nervosität sind typisch. Dies alles kann zu folgendem Phänomen führen: Die Angst vor der Angst, welche wiederum einen Kreislauf aus Angstgefühlen und Vermeidungsverhalten auslösen kann.

Was sind die Ursachen der Angst?

Ursachen einer gesteigerten Angst sind oftmals negative Erfahrungen. Manchmal werden Ängste aber auch im Laufe des Lebens durch Eltern oder andere Bezugspersonen anerzogen bzw. von diesen übernommen. Angst bzw. übersteigerte Ängste können jedoch auch ein traumatisches Erlebnis als Ursache haben. Hier fungiert die Angst dann als eine Art Überlebens- bzw.
Bewältigungsstrategie von Körper und Seele, da das zugrunde liegende Trauma noch nicht therapeutisch bearbeitet wurde.

Weitere Informationen

Wenn Sie weitere Informationen zu Ängsten wünschen, Fragen oder das Gefühl haben, dass konkrete oder allgemeine Ängste Ihr Leben einschränken, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf. Gerne berate ich Sie in einem persönlichen Gespräch.