Trauer

Wenn alles stehen bleibt…

Wenn ein geliebter oder nahestehender Mensch oder ein geliebtes Tier stirbt, hat man manchmal das Gefühl, Alles bleibt stehen, es könne nicht angehen, dass die Welt sich weiterdreht. Viele Menschen empfinden den Verlust eines Nahestehenden als Lücke im Leben, die so nicht wieder aufzufüllen sei.

Doch die Welt dreht sich weiter und der Trauernde bleibt oft mit seiner Empfindung und tiefen Trauer zurück: Trauer des Verlustes. Trauer des Verlassen seins, des Alleinseins. Oft auch Trauer darüber, dass man Wichtiges nicht mehr sagen oder mitteilen konnte. Vielleicht auch keine Zeit mehr hatte, sich in Ruhe zu verabschieden. Ungelöste Konflikte mit der verstorbenen Person schwelen weiter und Trauernde sehen manchmal keinerlei Möglichkeit mehr, diese aufzulösen. Sie glauben, diese belastenden Situationen hinnehmen und aushalten zu müssen.

Wenn der Verlust als Schock erlebt wird

Eine Nachricht über einen Todesfall, ein Unfall, eine Diagnose über eine schwere Krankheit – all dies sind nur einige Beispiele, die uns schockieren können. Solch eine Nachricht kann uns absolut aus unserem seelischen Gleichgewicht “reißen” und in manchen Fällen sogar traumatisieren – gerade dann, wenn etwas plötzlich und ganz unerwartet geschieht.  

Trauerreaktionen – Symptome des Trauerns

Unter Trauerreaktionen sind solche Reaktionen zu verstehen, die nach einem Verlust eines nahestehenden Menschen, geliebten Tieres oder dem Verlust des
bisherigen eigenen Lebens auftreten können. Hier einige mögliche
Beispiele:

  • Kognitive Ebene (Gedanken): Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, Gedankenkarussell, Suche nach dem Sinn, Suche nach dem Schuldigen
  • Somatische (körperliche) Ebene: Appetitlosigkeit, Schlafschwierigkeiten, Erschöpfung, Beklemmungsgefühl, schlechte Träume
  • Emotionale Ebene: Angstgefühle vor der Zukunft, Leere, Hoffnungslosigkeit, Überempfindlichkeit, Einsamkeit, Sehnsucht
  • Soziale Ebene: Rückzug, Isolation, Rollenprobleme, Probleme mit neuen Beziehungen
Solche Reaktionen gehören zum Trauern dazu und vergehen in der Regel nach einiger Zeit wieder, ggf. auch mit professioneller Hilfe.
 

Keine Zeit zum Trauern

In unserer heutigen Gesellschaft findet sich kaum noch Zeit und Platz zum Trauern. Das Leben geht weiter – und alles soll (oder muss) wie bisher auch funktionieren: Alltag, Job, Familie…  Viele Trauernde empfinden auch wenig Verständnis für Ihre Gefühle. Kaum noch Bräuche und Rituale zum Abschiednehmen und Trauern. Menschen, die sich bewusst und intensiv mit den Themen Tod und Trauer beschäftigen, werden oft als schwach und unbequem empfunden.

Mit der Trauer umgehen

Für Trauern gibt es keine allgemeingültige Anleitung. Es ist ein ganz individueller und sehr persönlicher Prozess. Und jeder Mensch trauert nun mal anders. Es gibt somit kein „richtiges“ oder „falsches“ Trauern. Trauer an sich ist auch keine Krankheit, sondern eine unumgängliche Reaktion, die zum Abschiednehmen gehört.

Trauer benötigt Zeit und Raum.
Trauer sollte nicht verdrängt werden, sie muss ins Fließen kommen.
Trauer erfordert Stärke und Mut, sich dem (Verlust-) Schmerz zu stellen und vor allem die Trauer nicht zu unterdrücken.

Einschneidende Erlebnisse wie eine traumatische Erfahrung, der Tod eines geliebten Menschen oder Tieres können Krisen bedeuten, die das Leben erschüttern. Sie können jedoch auch Chancen der Neuorientierung und Entwicklung sein.

Der Trauernde kann lernen, mit dem seelischen Schmerz umzugehen und neue Wege für sich zu finden, um weiterzugehen und wieder ins Leben finden zu können.

Unterstützung für Ihren Trauerprozess

Wenn Sie jemanden an Ihrer Seite für den Prozess der Trauer wünschen, so nehmen Sie Kontakt zu mir auf. Ich bin gerne für Sie da und beantworte Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch.